Die Krankengymnastik bildet mit den verschiedenen passiven, assistiven und aktiven Bewegungs-, Transfer- und Lagerungstechniken einen Schwerpunkt in der Palliativmedizin. Dazu gehören auch der große Bereich der Atemtherapien sowie die Prophylaxen (PP, DP, KP). Je nach Schwere und Verlauf des Krankheitsbildes (z. B. AIDS, Krebs, ALS) ist das physiotherapeutische Ziel der weitestgehende Erhalt der Funktionen des Bewegungsapparates, Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel. In der Behandlung von Palliativpatienten ändern sich die Ziele der klassischen Krankengymnastik, da mit einer Rehabilitation nicht zu rechnen ist, in die Ziele Symptomkontrolle, Schmerzlinderung und Begleitung.
Der Palliativpatient leidet häufig unter einem schnellen Kräfteverfall und Schmerzen auch durch lange Liegezeiten. Somit mus der Therapeut die Intensität und Behandlungszeit (30 Minuten) oft sehr variabel anpassen. Ideal wäre es, er könnte die Behandlungsfrequenz von einmal täglich auf zweimal täglich erhöhen. Häufig kann der Patient vormittags und dann am nächsten Tag wieder besser nachmittags die Behandlung erleben. Je länger die volle Immobilität des Patienten hinausgezögert werden kann, umso leichter gestaltet sich seine Pflege. Häufig kann der Patient eine Verbesserung der ADL (Aktivitäten des täglichen Lebens) und durch Verringerung der Abhängigkeit alte Kräfte und Bewegungsfähigkeiten entwickeln. Wenn auch nur auf begrenzte Zeit, ist dies ist ein Würdeprozess. Ein Patient beschrieb es so: "Sich noch bewegen können, ist für mich Leben und hilft mir beim Sterben."