Die Engländerin Cicely Saunders gilt als Gründerin der modernen Hospizbewegung. Sie erntete Dankbarkeit und internationalen Ruhm für ihr Engagement für die Verbesserung der Versorgung und Begleitung unheilbar kranker und sterbender Menschen. Bereits 1967 gründete sie das St. Christopher’s Hospice im Londoner Stadtteil Sydenham, das für unzählige Hospize und Palliativstationen in Großbritannien und mehr als 90 anderen Ländern zum Vorbild wurde. Im St. Christopher’s erhielten auf ihre Initiative hin unheilbar kranke und sterbende Menschen eine spezialisierte ärztliche Behandlung und pflegerische Betreuung mit emotionaler, spiritueller und sozialer Unterstützung. Diese Praxis wurde seitdem weltweit kopiert und weiterentwickelt. Saunders starb am 14. Juli 2005, 87-jährig, an den Folgen ihrer Krebserkrankung im St. Christopher’s Hospice.
In Deutschland wurde 1983 mit großer Unterstützung der Deutschen Krebshilfe in Köln die erste Palliativstation eröffnet. Heute sind es bereits 198 Stationen, hinzu kommen mehr als 159 stationäre Hospize und mehr als 1000 Hospizvereine.
1997 wurden Regelungen zur stationären, hospizlichen und palliativmedizinischen Versorgung im Sozialgesetzbuch V aufgenommen. Seit 2002 gibt es auch eine gesetzliche Regelung für die finanzielle Förderung der ambulanten Hospizbetreuung. Noch nicht genug, sagen die Experten, denn die Finanzierung – nicht nur ambulanter Dienste – ist unzureichend. Ein Recht auf ambulante Palliativpflege und die Möglichkeit, Angehörige zur Sterbebegleitung von der Arbeit freizustellen, wie das z. B. in Frankreich bzw. Österreich möglich ist, gehören zu den konkreten Forderungen.
Historie in Deutschland
Entwicklung der Palliativstationen und Hospize in Deutschland:
| Palliativstationen | Hospize | |
| 1983 | 1 | 0 |
| 1986 | 1 | 1 |
| 1990 | 3 | 3 |
| 1993 | 18 | 11 |
| 1996 | 28 | 30 |
| 1999 | 50 | 64 |
| 2002 | 73 | 99 |
| 2005 | 116 | 129 |
| 2007 | 148 | 142 |
(Quelle: Klaschik, E.: Palliativmedizin Praxis. Leitfaden für die palliativmedizinische Alltagsarbeit. Pallia Med Verlag, 4. überarbeitete Auflage, 2008)