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Das neue Palliativzentrum Göttingen wurde am 18. Januar feierlich eröffnet. Über 300 Gäste aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft begleiteten den Festakt für das neue, in Niedersachsen einmalige Projekt.
Das neue Palliativzentrum verfügt über zehn Betten, darunter acht Einzelbetten mit rooming-in-Möglichkeit für Angehörige, und ein Doppelzimmer. Jedes Patientenzimmer im Erdgeschoss hat einen Zugang nach außen, damit die Patienten auf der Terrasse verweilen können. Die Station hat einen Begegnungs- und Rückzugsraum für Familien und Angehörige. Architektonisch besonders interessant sind der 'Raum der Stille', ein Zimmer, das als Klangraum angelegt ist, sowie ein modernes funktionales Erlebnisbad. "Bei allen baulichen Ideen steht die Funktion im Interesse der Patienten über allem", sagte Prof. Friedemann Nauck, Direktor der Abteilung Palliativmedizin und gleichzeitig Inhaber der neuen Stiftungsprofessur für Palliativmedizin an der Georg August Universität in Göttingen. "Wir haben das Konzept mit Bedacht entwickelt. Diese Station ist auch eine Wohnstation." Im Palliativzentrum Göttingen arbeiten derzeit vier Ärzte, zehn Krankenschwestern, ein Psychologe und in naher Zukunft eine Sozialarbeiterin.
Bereits seit 1994 gibt es in Göttingen eine Palliativstation und seit einigen Jahren verfügt die Station auch über ein ambulant tätiges Palliative-Care-Team, das unter immer wieder schwierigen finanziellen Bedingungen gemeinsam mit den Hausärzten die Versorgung zu Hause sicherstellt. Zum neuen Palliativzentrum gehört auch eine Tagesklinik für die ambulante Versorgung von Palliativpatienten. Dem Patienten soll nach Bewältigung seiner Krise eine weitgehend angstfreie Entlassung nach Hause möglich werden. Die Einbindung in ein ambulantes Setting schafft mehr Vertrauen für seinen Aufenthalt zu Hause, die Kooperation mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten ist hergestellt.
Das Palliativzentrum Göttingen versorgt schwerstkranke und unheilbar kranke Menschen mit einer besonderen medizinischen, pflegerischen, psychologischen und sozialen Betreuung. Diese Patienten brauchen besondere Zuwendung, Begleitung und Behandlung. Ziel palliativmedizinischer Betreuung ist es, das Leiden zu lindern und die Lebensqualität für die Patienten und deren Familien in den letzten Wochen und Monaten des Lebens zu stabilisieren und - soweit möglich - zu verbessern. Dazu gehören eine individuell angepasste Schmerzbehandlung und Symptomkontrolle, eine ganzheitliche Betreuung und Pflege sowie die psychologische und spirituelle Begleitung. Nach einem Aufenthalt, der begrenzt sein soll, werden die Patienten bald wieder in die häusliche oder ambulante Palliativpflege entlassen.
Die Deutsche Krebshilfe hat das Vorhaben mit 3,48 Millionen Euro maßgeblich finanziert. Zusammen mit der enormen Unterstützung aus der Region durch den Göttinger "Förderverein für Palliativpatienten an der Universitätsklinik Göttingen e.V." konnte das neue Palliativzentrum Wirklichkeit werden.
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