08.01.2008 - Sind Hausärzte ausreichend palliativmedizinisch geschult?
Viele Mediziner machen erste palliativmedizinische Erfahrungen erst sehr spät in ihrer beruflichen Laufbahn oder ärztlichen Weiterbildungszeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung von niedergelassenen Medizinern einer Praxis für Innere Medizin und Onkologie in Neustadt/Sachsen und einer Onkologischen Schwerpunktpraxis in Hildesheim. Die Wissenschaftler befragten mittels eines standardisierten Fragebogens insgesamt 92 überwiegend hausärztlich tätige Kollegen, die an einem palliativmedizinischen Basiskurs teilnahmen, hinsichtlich ihres Kenntnisstandes und ihrer Erfahrungen zur Palliativmedizin. Insgesamt 63 Fragebögen von 41 Frauen und 22 Männern kamen schließlich zur Auswertung. 54 der Teilnehmer waren niedergelassene Ärzte und die übrigen 9 in Kliniken beschäftigte Kollegen. Es zeigte sich, dass insgesamt 53 Prozent der Befragten erste Erfahrungen mit der Palliativmedizin erst in ihrer Assistenzarztzeit gemacht hatten. 26 Prozent kamen mit dem Thema sogar erst nach der Niederlassung das erste Mal in Berührung. Nach Eigeneinschätzung erwarben ihr palliativmedizinisches Wissen jedoch 31 Prozent vor allem durch eigene Fehler und 20 Prozent durch Sterbefälle im privaten Umfeld. Die Frage, ob praxisnahe Kurse als Medium in der palliativmedizinischen Ausbildung wichtig sind, beantworteten nur 28 Prozent mit einem Ja. Nach Ansicht der Studienleiter ist es jedoch unerlässlich, dass bereits im Rahmen des Medizinstudiums, aber auch in der Zeit der ärztlichen Weiterbildung praxisbezogene palliativmedizinische Ausbildungseinheiten durchgeführt werden.

Abstract aus Dtsch med Wochenschr 2007; 132: 2620-2623

  drucken hoch schließen