01.11.2007 - Opioide reduzieren Dyspnoe bei Patienten der Palliativmedizin
Palliativpatienten leiden sehr häufig unter krankheitsbedingten Atemnotzuständen. In einer kürzlich publizierten prospektiven, nicht-randomisierten Studie mit 25 Tumorpatienten sind Wissenschaftler des Zentrum für Palliativmedizin, Universität Bonn und der Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Palliativmedizin und Schmerztherapie, Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg, der Frage nachgegangen, ob eine Opioidgabe die Dyspnoe der Patienten vermindern und eine vorherige nasale Sauerstoffgabe die Intensität der Atemnotzustände reduzieren kann. 13 Patienten litten an schwerer und 12 an moderater Dyspnoe. 12 Personen wurden mit Morphin behandelt und 13 mit Hydromorphon. Die Patienten wurden gebeten, den Grad der Dyspnoe auf einer 10 Punkte umfassenden Ratingskala anzugeben, und zwar unter folgenden Bedingungen: Opioideinnahme ohne vorherige Sauerstoffgabe, nach 30 Minuten mit nasaler O2-Insufflation sowie 30, 60, 90 und 120 Minuten nach der ersten Opioidapplikation und ohne O2-Gabe. Es zeigte sich, dass sich das Ausmaß der Atemnotzustände während der Sauerstoffzufuhr nicht veränderte. Nachdem die Patienten jedoch die erste Opioidmedikation erhalten hatten, war bereits 30 Minuten später eine deutliche Verbesserung der Dyspnoeintensität zu verzeichnen. Die Wissenschaftler folgern draus, dass Opioide und nicht eine alleinige nasale Sauerstoff-Insufflation die Dyspnoe von Patienten in der Palliativmedizin reduzieren können.

Abstract aus Dtsch med Wochenschr 2007; 132: 1939-1943

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