11.01.2010 - Radiotherapie bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom effektive Palliativmaßnahme
Eine palliative Strahlentherapie bei Patienten mit einem weit fortgeschrittenen Prostatakarzinom stellt eine effektive symptomatische Behandlungsmaßnahme dar und weist zudem nur minimale toxische Nebenwirkungen auf. Dies ist das Resultat einer retrospektiven Studie des Department of Clinical Oncology, Weston Park Hospital, Sheffield, UK, mit 58 Patienten mit einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom, die in der Zeit zwischen 2003 und 2007 eine palliative Strahlentherapie erhalten hatten. Bei 97 Prozent der Männer im durchschnittlichen Alter von 76,6 Jahren lag eine hormonrefraktäre Erkrankung vor. In 47 Prozent aller Fälle (n=27) waren bereits Metastasen diagnostiziert worden. Das am häufigsten zu beobachtende Symptom der fortgeschrittenen Tumorerkrankung war eine Hämaturie. Bei fast allen Patienten wurde in 5 Fraktionen zu 20 Gy bestrahlt. Durch diese Maßnahme kam es nach Ablauf von weiteren 4 Monaten bei 89 Prozent der bestrahlten Patienten zu einem vollständigen oder zumindest teilweisen Rückgang der Symptomatik. So besserten sich rektale Symptome um bis zu 75 Prozent, Beckenschmerzen um bis zu 69 Prozent, eine Harnobstruktion um bis zu 54 Prozent und eine Hämaturie um bis zu 42 Prozent. Bei 5 Patienten war zudem ein Abfall des PSA-Wertes festzustellen. Die toxischen Nebenwirkungen waren eher gering und selbstlimitierend. Diese Studienergebnisse zeigen, dass eine Radiotherapie offenbar eine wirksame Palliativmaßnahme bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom ist, so die Autoren. Die Wissenschaftler befürworten es, nun weiterführende Studien zum Thema durchzuführen.

Abstract aus Radiotherapy and Oncology 2009, Vol. 93(2), pp. 192-196    

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