03.11.2009 - Modafinil bei Tumor-assoziierter Fatigue effektiv
Das Psychostimulans Modafinil, das primär zur Behandlung der Narkolepsie eingesetzt wird, ist offensichtlich auch zur Therapie des Tumor-bedingten Fatigue-Syndroms gut geeignet. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Department of Medicine, University of Virginia, Charlottesville, Virginia, USA, aufgrund von Ergebnissen einer im "Journal of Palliative Medicine" publizierten Open Label-Pilotstudie. Ziel der Studie war es zum einen, anhand verschiedener spezifischer Tests die Sicherheit und Wirksamkeit von Modafinil bei Patienten mit krebsbedingter Fatigue zu ermitteln, zum anderen den Effekt dieser Substanz auf eventuell vorhandene Depressionen, auf die Lebensqualität, den funktionellen Status sowie die kognitiven Funktionen zu untersuchen. Hierzu wurde einer Gruppe von schwerstkranken Tumorpatienten mit Erschöpfungssyndrom für einen Zeitraum von 2 Wochen 100 mg Modafinil pro Tag und anschließend ebenfalls 2 Wochen lang täglich 200 mg des Psychostimulans verabreicht. Anhand des Brief Fatigue Inventory (BFI), einem Assessmentinstrument zur Erfassung der Intensität von Müdigkeit und Ermüdbarkeit, zeigte sich, dass sich das Fatiguesyndrom durch die Modafinilgabe bei 46% der Patienten bereits innerhalb der ersten 2 Wochen und bei 75% nach der 4-wöchigen Behandlungszeit deutlich verbessert hatte. Modafinil wirkte sich jedoch auch positiv auf die Angst der Patienten vor dem Krankenhaus, auf Depressionen und auf die allgemeine Lebensqualität aus. Hinsichtlich der kognitiven Funktionen und des sozial-familiären Wohlbefindens zeigte sich allerdings keine Veränderung durch die Therapie mit dem Psychostimulans. Besonders eindrucksvoll aber war den Wissenschaftern nach, dass sich durch Modafinil eine eindeutige Verbesserung des funktionellen Status der Patienten mit Tumor-assoziierter Fatigue erreichen ließ. Modafinil wurde von nahezu allen Patienten gut toleriert, und in nur einem einzigen Fall musste die Behandlung aufgrund Medikamenten-bedingter Toxizitätserscheinungen vorzeitig beendet werden.

Abstract aus Journal of Palliative Medicine 2009, Vol. 12(5), pp. 433-439    

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