07.05.2009 - Experten beklagen Unterversorgung mit Opioiden bei starken Schmerzen
Opioide haben in der Therapie von Tumorschmerzen und zur Behandlung von Menschen in Palliativsituationen einen hohen Stellenwert. Dennoch sind sowohl sterbende Menschen als  auch Patienten mit stärksten Schmerzen insgesamt mit Opioiden unterversorgt. Dies ist das erste Ergebnis einer internationalen Konsensuskonferenz, die von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie initiiert wurde. Ziel dieses Konsensus, an dem bislang 501 Schmerztherapeuten aus 46 Länder beteiligt sind, ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Strategie des Opioideinsatzes herauszuarbeiten und eine größtmögliche Einigkeit zwischen den internationalen Experten zu erzielen. Präsentiert wurden die ersten Resultate des Konsensus von Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und dem Vizepräsidenten Dr. Michael Überall im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages Ende März 2009 in Frankfurt. Müller-Schwefe zufolge hätte sich zwar gezeigt, dass Experten Opioide sehr differenziert einsetzen, aber 85 Prozent davon überzeugt sind, dass Opioide in den jeweiligen Ländern zu selten verwendet  werden. Ein Grund hierfür seien auch gesetzliche Hürden. So erklärten offenbar über die Hälfte der Fachleute, dass nur 40 Prozent der Patienten, die eine Opioid-Therapie benötigen, diese auch erhalten. Aber: "95 Prozent der Experten halten Opioide bei der Behandlung starker Schmerzen für wichtig bis extrem wichtig", so das Ergebnis der Konsensuskonferenz.

Mitteilung über den internationalen Expertenkonsens zu Opioiden der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, März 2009  

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