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Benzodiazepine finden auch im palliativmedizinischen Bereich breite Verwendung. Genaue Daten über die Häufigkeit der Anwendung und über Indikationen hingegen sind offensichtlich eher rar. Aus diesem Grunde sind Wissenschaftler der Klinik für Palliativmedizin, Universitätsklinikum RWTH Aachen und der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin, St.-Vinzenz-Hospital Dinslaken kürzlich der Frage nachgegangen, aus welchen medizinischen Gründen und wie häufig Benzodiazepine in der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Aachen verwendet werden. In einer retrospektiven Studie werteten die Forscher die Daten von insgesamt 160 Patienten aus, die sich in der Zeit zwischen September 2003 und Dezember 2004 in palliativmedizinischer Behandlung befanden. Die Analyse ergab, dass 70 Prozent aller Patienten mit Benzodiazepinen behandelt worden waren. Die Medikamente wurden dabei in 71,8% der Fälle oral oder sublingual nach Bedarf verabreicht. Wiesen die Patienten Angst und Unruhezustände auf, so war in der Aachener Klinik Lorazepam das am häufigsten eingesetzte Benzodiazepin. Bei Einschlafstörungen wurde in erster Linie Oxazepam verabreicht und zur palliativen Sedierung vor allem Midazolam. Außerdem zeigte sich, dass die Präparate Diazepam und Clonazepam nur sehr selten zum Einsatz kamen und zwar nur, um neuronalen Krämpfen vorzubeugen oder um diese zu behandeln. Der Anteil der Patienten, die Benzodiazepine erhielten, war der Studie nach insgesamt sehr hoch. Eine tiefe und kontinuierliche Sedierung mithilfe dieser Medikamente erfolgte allerdings nur in 3,1% aller Palliativpatienten, so die Autoren.
Abstract aus Der Schmerz 2008, Online first, DOI 10.1007/s00482-008-0705-1
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