03.05.2007 - Unerwünschte Nebenwirkungen einer Opiodtherapie bei Tumorerkrankungen
Wissenschaftler des Department of Palliative Medicine, Universidad Libre, Cali, Valle, Columbien, sind kürzlich der Frage nachgegangen, welches Nebenwirkungsspektrum schwach wirksame Opiode, die zur Schmerztherapie bei Tumorpatienten eingesetzt werden, haben. Verglichen wurden diesbezüglich die Substanzen Codein, Hydrocodon und Tramadol. Im Rahmen einer randomisierten Doppelblindstudie mit 177 Tumorpatienten erhielten 62 Untersuchungsteilnehmer zur Schmerztherapie Hydrocodon, 59 Patienten Codein und 56 Patienten Tramadol verabreicht. Die Schmerzen der Patienten hatten ihren Ursprung am häufigsten im Bereich des Magens, der Brust und der Prostata und wurden in 33 Prozent als somatische, in 52 Prozent als viscerale und in 6 Prozent als somatisch-viscerale Schmerzen klassifiziert. In 9 Prozent aller Fälle lagen neuropathische Schmerzen vor. Bei der Erstaufnahme in die palliativmedizinische Abteilung beschrieben 60 Prozent der Untersuchungsteilnehmer ihre Schmerzen als moderat, die übrigen 40 Prozent klagten hingegen über schwere Schmerzen. Die häufigsten Folgeerscheinungen der chronischen Schmerzen waren Schwäche, Schlafstörungen und Anorexie. 77 Prozent aller Patienten, von denen 57 Prozent im Alter zwischen 60 und 89 Jahren waren, kannten bei Einweisung in die Palliativklinik ihre Diagnose. Die weitere Auswertung der Studiendaten ergab, dass alle drei verabreichten Opiode etwa gleich gut analgetisch wirksam waren. Eine Behandlung mit Tramadol zog jedoch deutlich häufiger unerwünschte Nebenwirkungen, wie Erbrechen, Schwindel, Appetitlosigkeit und Schwäche nach sich, als eine Therapie mit Codein oder Hydrocodon.

Abstract aus J Palliat Med 2007 Feb;10(1):56-60

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